Idioten des Glücks


Stranden wir nicht dauernd an die Spitzen der Ufer
+ reißen uns die Haut am kleinen Eiskristall?
Und richten wir nicht die flackernden Augen,
die rotgerahmten Höhlen des Feuers,
dem Meere zu, dem Blitzen des Sturms auf den Gipfeln der Gischt? Glüht es nicht und halten wir nicht
die letzte Kammer des Herzens
immer für eine Verzweiflung frei,
bevor der wohnliche Pelz uns die Luft begrenzt
+ der Schlaf uns die Sinne mit Zäunen zähmt?
Wollen wir Häuser, Paläste, Gärten?
Und wollen wir die Krone auf dem wirren Haar?
Wollen wir das stumme Blaublut wirklich
oder die Blässe der Gunst
+ wollen wir den verlogenen Januskopf der Macht
statt singende Teppiche oder den Applaus des Regens
auf stetig wachsenden Dächern?
Stranden wir nicht dauernd im Zelt des sprühenden Sandes + bewegen uns zum Takt unseres pochenden Metronoms? Sind wir nicht gerne wie Treibgut,
wie flatternde löchrige Segler
und unruhige Idioten des Glücks?


„Von der Farbe der Dächer und des Sturms“, 1991
 


2 Tänzer
Die Schriften der Tänzer   (1991)