Zart hält die Sonne sich


Zart hält die Sonne sich

in der Hauswand fest,
im warmen Stein,
mit ihren Fingern
aus rotem Ton

und ihren Augen
aus Lichtscheindreiecken.

Für ein Lächeln
tauschen Tauben ihre Flügel aus
und legen aufs Dach
die sanften Blicke.

Auf dem Turm des lodernden Abends
begegnen sich zwei Punkte
und beschießen sich
mit Herzpfeilen
,
sie schwimmen
durch Milch- und Honigwasser 
ins Grenzland.
Dahinter wartet
ein Bote auf dich und mich.


„Von nun an wachsen uns die Tage“, 1994




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