Und als der Morgen kam

Und als der Morgen kam

mit Feuchtigkeit auf Brombeerhecken,
und das dunstige Licht von dort hinten,
wo die Bäume kein Ende nehmen,
fand ich mich, ausgebreitet über den
langsam schwingenden Flügeln deines Atems
auf den weichen Straßen,
die dein Herz nährt mit Leben.
Und als ich die Augen öffnete,
die scheu waren vormals und geschlossen,
als würden sie nicht zu mir gehören,
sah ich dich in einem Lächeln ruhend,
das ich rasch erwiderte,
bevor es sich davon machen konnte.
Und als der Morgen kam, die Frage:
wohin ich mich so zärtlich verloren hatte,
an wen oder was.
Und ich freute mich über meine Entdeckung,
dieses noch unbekannte Gesicht von dir
dort in der hellen Stadt über der Brücke.


„Die sanften Horizonte der Sprache“,
1995



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