Kirschkerntage

Und dann gibt es diese Kirschbäume. Unmäßig stopfen wir die vom Regen nassen, mit Tropfen behangenen roten Kugeln in uns hinein, spucken die Kerne irgendwo hinunter ins Gras, manchmal hieven wir uns in die Zweige hoch, um an noch besseren Stellen zu ernten, so verbringen wir Stunden dort oben in den Bäumen mit Blick auf den trägen schmutzigen Fluss drüben unter den gebürsteten Linien der Weinberge und auf den grauen Strich der Veitshöchheimerstraße; gelegentlich schickt die Sonne in Form einer Spiegelung den Gruß irgendeines soeben aufgerissenen Fensters herüber, über uns die paar weißen Julihimmelwölkchen und die brummenden Bässe von Motoren unsichtbarer Flugzeuge. So zum Beispiel fühlen sich die Sommer an.

„Kirschkerntage“, 2013,

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ISBN 978-3-942637-54-1




Kirschkerntage Titel